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Das Lösegeld des Priamos

Ein alter König überquert nachts die Ebene mit einem Wagen voller Schätze, um den Mörder seines Sohnes um dessen Leichnam zu bitten. Hier endet die Ilias, und mit ihr ihre Geografie.

Im Epos

Hermes führt Priamos an den Wachen vorbei zu Achills Hütte. Die Szene ist häuslich und unerträglich: Das Lösegeld wird abgewogen, die Bitte vorgetragen, die beiden Männer weinen um unterschiedliche Tote, und schließlich folgt ein Mahl. Achill gibt den Leichnam zurück und gewährt einen elftägigen Waffenstillstand für das Begräbnis.

Geografisch gesehen ist es eine kurze Reise – Stadt, Furt, Ebene, Lager – und es ist das letzte Mal, dass das Epos die Landschaft nutzt, die es vierundzwanzig Bücher lang durchquert hat.

Warum es für den Atlas wichtig ist

Es bestätigt die Dimensionen des trojanischen Schlachtfelds: eine nächtliche Hin- und Rückfahrt mit dem Wagen, was die reale Troas zulässt, eine größere Landschaft hingegen nicht.

Konkurrierende Theorien

  • Die nächtliche Überquerung der Ebene

    Vorgeschlagen von: Topography of the Troad plain · Gegenwart

    Plausibel

    Priamos fährt in einer Nacht von der Stadt zum Lager der Achäer und zurück, was die realen Entfernungen der Troas zulassen – besonders bei einer bronzezeitlichen Küstenlinie, die weiter landeinwärts lag.

    Troja (Ilios)
    • ArchäologieManfred Korfmann, Troia/Wilusa excavation reports, Studia Troica (1988–2005)
    • ForschungHittite treaty and letter corpus referring to Wilusa and its rulers

Was umstritten ist

Nichts über den Ort. Diskutiert wird der historische Rahmen – ob die hethitischen Verweise auf Wilusa dem Epos einen politischen Kontext oder nur einen Namen geben.

Fragen

Ist Priamos eine historische Figur?
Es gibt keine Belege für Priamos. Hethitische Dokumente nennen Herrscher eines Wilusa, das die meisten Gelehrten mit Ilios gleichsetzen, aber kein Name darin stimmt mit dem von Priamos überein.
Warum endet die Ilias hier?
Mit Hektors Begräbnis, nicht mit dem Fall der Stadt. Die Plünderung gehört zum Epischen Zyklus und wird bei Homer immer nur angedeutet.

Quellen

  • PrimärtextHomer, Iliad (trans. A. T. Murray, Loeb, 1924)
  • ArchäologieManfred Korfmann, Troia/Wilusa excavation reports, Studia Troica (1988–2005)
  • ForschungHittite treaty and letter corpus referring to Wilusa and its rulers